Die Münchner Landpomeranze und das Leben

Ihr hattet ja die Möglichkeit mir über Instagram Fragen zu senden, die ihr gerne beantwortet haben möchtet. Auch wenn ich nicht alle hier teilen kann und auch nicht alle beantworten möchte, weil ich auch eine sehr klare Grenze ziehe, was in den Weiten des Internets nichts zu suchen hat, so habe ich doch die 25 Fragen ausgewählt, die ich am schönsten fand und/oder die einfach am häufigsten gefragt wurden.
Als ich 2006 mit 19 Jahren endlich mein Abitur in den Händen hielt, waren meine Träume gross und meine Erwartungen an das, was das Leben so für mich bereit zu halten hat, wie ein Füllhorn an nie enden wollende Ansprüche auf Glück und Glückseligkeit. Kurz gesagt, ich war mir ziemlich sicher, das mein Leben eine Version von "Natürlich Blond" werden wird. Nur ohne den Chihuahua. Tja, ganz so wurde es nicht.

Als ich 2014 nach München kam, tat ich das alleine. Ich bewarb mich auf einen Job in einer grossen Münchner Traditionsgastronomie als Restaurantleiterin und bekam die Stelle. Weil unsicher war, ob mir der Job und die Stadt gefällt, aber auch ob ich meinem Chef gefalle und die Probezeit bestehe, blieb mein Mann erst einmal in seinem festen Job in Wolfsburg. Wir hatten dann also 2 Wohnungen, 600 Km Distanz zwischen uns und ich war alleine in einer Millionenstadt.
Dass ich ein echtes Landmädchen bin, sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Dass ich aber auch mit 31 Jahren beim Anblick eines Tieres, hierbei ist es relativ unerheblich ob Ziege, Vogel, Schwein, Kuh oder Pferd, in Verzücken gerate, ist vielleicht nicht ganz so normal. Insofern bin ich aber auch relativ einfach glücklich zu machen. Man stelle mich neben ein Tier und hole mich nach ein paar Stunden wieder ab.

Als ich vergangenes Jahr 30 Jahre alt wurde, war das ein Riesen Ding für mich. Bereits Wochen vorher verfiel ich das erste mal in meinem leben in eine grüblerische Stimmung die mir latent suggerierte: "Du hast bisher nichts erreicht. Und bald bist du alt." Ich bin für gewöhnlich recht realistisch veranlagt und weiss die Dinge eigentlich so einzuordnen wie sie auch sind. Aber diese Zahl schien mich in den Grundfesten zu erschüttern. Warum eigentlich?
So erbarmungslos wie ich mit mir ins Gericht gehe, würde ich niemals über andere Menschen urteilen. Hätte ich meine Freunde jemals so behandelt wie mich selbst, hätte ich keine sozialen Kontakte mehr. Warum also ist man zu sich selber derart ungnädig?