Selbstverständlichkeit: Obdachlosen Mitmenschen im Winter eine Hilfe sein.

Die Vorweihnachtszeit hat begonnen, wir geniessen die kuschelige Zeit zu Hause bei einem schönen Tee auf der Couch. Und gerade jetzt wo der erste Schnee auch in den flachsten Regionen Deutschlands angekommen ist, möchte niemand länger als nötig draussen sein.

Nun gibt es aber Menschen die ihre Heimat auf der Strasse haben, Und gerade jetzt in der kalten Zeit benötigen diese Mitmenschen unsere Hilfe. 

Ich möchte eines vorweg stellen. Menschen die auf der Straße leben haben ganz unterschiedliche Geschichten. Egal ob die Wohnungslosigkeit verschuldet ist oder aufgrund eines Schicksalsschlages eintrat, es sind Mitmenschen. Und es sollte eine Selbstverständlichkeit sein aufeinander zu achten. Es ist vollkommen unerheblich WIE ein Mensch in eine brenzlige Situation kam, wenn es um Leib und Leben geht sollte man helfen ohne zu werten. Rund 52 000 Menschen leben in Deutschland auf der Straße (Quelle: BAG Wohnungslosenhilfe) und der Winter 2017/2018 forderte 4 Kälteopfer. 

Es ist also wichtig mit einem offenen Auge durch die Straßen zu gehen wenn wir uns auf dem Weg machen zu unseren Weihnachtsfeiern, Glühweinverabredungen und Shoppingexzessen. 

 

Wie es sich anfühlt auf der Strasse zu leben hat mir Wolfgang hier erzählt und damit einen kleinen Einblick in seinen Alltag aber auch seine persönliche Geschichte gegeben. 

 

Wie kann man nun also in der kalten Jahreszeit Hilfe für Obdachlose stellen?

 

Notfälle erkennen

Wenn ein obdachloser Mensch kaum geschützt im Kalten schläft, ist es legitim, ihn zu wecken, um Hilfe anzubieten. In manchen Großstädten sind so­ge­nann­te Kältestreifen/Kältemobile unterwegs, die auf Un­ter­künf­te hinweisen.Ausserdem versorgen Sie die Wohnungslosen mit warmen Speisen und Getränken. Sie können te­le­fo­nisch an­ge­for­dert wer­den (bitte die Nummer für eure Stadt raussuchen).  Auch karitative Organisationen, wie die Heils­armee bieten Unterstützung in solchen Fällen an. Bei un­kla­rem Ge­sund­heits­zu­stand sollte man aber auf jeden Fall einen Kran­ken­wa­gen rufen. Ich weiss, dass gerade oft der Gedanke vorherrscht das die Obdachlosen ohnehin betrunken vor sich hin vegetieren. Das ist durchaus möglich, die Kälte ist so einfach besser zu ertragen. Einfach wegzuschauen ist aber KEINE Option!

 

Grundbedürfnisse decken

Wenn ihr einen Obdachlosen seht überlegt was euch in der Kälte gerade gut tun würde. Vielleicht spendiert ihr einen warmen Kaffee oder Tee, ein belegtes Brötchen oder ähnliches. Diese Menschen haben meistens Hunger oder Durst und sie freuen sich über jede Zuwendung. 

Ausserdem könnt ihr mit haltbaren Lebensmittel, die nicht zubereitet werden müssen eine echte Hilfe leisten: z.b Brot, abgepackte Wurst und Käse.

Auch Bananen oder Äpfel sind gut geeignet, denn Vitamine fehlen meistens.

 

Für Wärme sorgen

Mit Handschuhen, Socken und Unterwäsche: Solche Kleidungsstücke nutzen sich schnell ab, da sie oft nicht gewaschen werden können. Auch Schlafsäcke oder Decken sind natürlich willkommen. Ihr könnt diese Dinge spenden (einfach Obdachlosenhilfe in Eurer Stadt googeln) oder einfach dem Bedürftigen Eurer Wahl direkt ansprechen. Ihr werdet sehen, in den allermeisten Fällen ist die Freude riesengroß. 

Ausserdem könnt ihr Euch erkundigen ob der Bedürftige gerne eine Weile in einem Café oder einem einschlägigen Burgerrestaurant verweilen möchte (oft ist die Scham dafür zu groß). Mit dem Kauf eines Kaffees oder eine Tüte Pommes für den Wohnungslosen erkauft ihr ihm eine Stunde Wärme. 

 

Eher Naturalien als Geld geben

Geld wird manchmal für Alkohol oder andere Drogen verwendet. Wenn ihr des­halb kein Bares geben möch­ten, ist es oft leichter statt­des­sen nach den Be­dürf­nis­sen zu fragen und ent­spre­chend ein­kaufen, zum Bei­spiel Hy­giene­artikel, Essen, Getränke, Medizin oder eine Pre­paid­handy-Gut­haben­karte. Einige Obdachlose haben einen Hund, für den sie das Wenige geben würden, das sie be­sitzen. So kann Futter für den Begleiter eine besondere Freude bereiten.

 

Überraschend aber wahr: Obdachlose sind MENSCHEN!

Viele obdachlose Menschen freuen sich, wenn sie einfach wahrgenommen werden und man ihnen beispielsweise ein Lächeln oder ein freundliches Wort schenkt – und das nicht nur in der kalten Jahreszeit!

Quelle: heilsarmee.de

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