· 

Schule und Babybauch? Wie man Schwangerschaft und Abitur unter einen Hut bekommt.

Britt ist süße 19 Jahre alt und ein ganz normaler Teenager. Sie geht auf ein Gymnasium in Schleswig- Holstein und macht kommendes Jahr ihr Abitur. Sie interessiert sich genauso für Schminke, Klamotten und den neuesten Tratsch wie alle anderen Mädchen in ihrer Klasse. Und trotzdem gibt es zwischen ihr und den anderen einen großen Unterschied. Britt hat einen Babybauch!

Sie erzählt heute wie sie als junge werdende Mutter Kind und Schulabschluss unter einen Hut bringt und wer sie dabei unterstützt.

Wer Lust hat ihr auf Instagram zu folgen und ihren Weg zwischen Schulbank und Babyflasche zu begleiten, der findet sie hier. Übrigens verbindet sie mit mir ein ganze besonderer Fakt: Wir haben den gleichen Entbindungstermin. Welch schöner Zufall. 

 

Der Sommer ist vorbei und die Schule fängt wieder an. Das letzte Jahr hier steht an, danach ist man dann endlich soweit… man kann Reisen, Studieren oder einfach sich ein Jahr lang entspannen bevor man weitermacht im Leben.  Ich hatte geplant nach meinem Abitur nach England zu gehen um für ein Jahr als Au Pair zu arbeiten. Doch dieser Plan wurde durchkreuzt. Denn wenn ich fertig mit der Schule bin, kann ich erstmal Au Pair für mein eigenes Kind sein. Wenn ich nämlich mein Abitur im nächsten Jahr in der Tasche habe werde ich ein Kind auf dem Arm tragen, das ungefähr 6 Monate alt sein wird. 

Die sicher am häufigsten gestellte Frage in meinem Umfeld ist: "War es geplant? Und was wird jerry aus der Schule?"

Nein es war nicht geplant und ich werde die Schule weitermachen. Ich will meinem Kind später was bieten können weshalb ich nach meiner Babypause auch Studieren gehe. Ich habe keine Angst davor ein Kind zu bekommen, aber ich glaube das liegt auch daran, dass meine Schule sehr gelassen mit meiner Schwangerschaft umgeht. Ich habe vor den Sommerferien hier in Schleswig-Holstein mit meinem Vertrauenslehrer gesprochen, der mir versichert hat, dass ich mir keine Sorgen mache muss und das alles möglich gemacht wird, damit ich mein Abitur ablegen kann. Alle Fächer die relevant für das Abitur sind, werde ich auch nach der Geburt meines Kindes besuchen um so sicher zu gehen das ich nichts von der wichtigen Vorbereitung verpasse. Und ich werde mein Baby mitnehmen können. Natürlich werden viele sagen, dass es so nicht richtig ist. Jedoch ist meine Klasse mein Rückhalt- sie gehen sehr erwachsen und tolerant mit der ungewöhnlichen Situation um und unterstützen mich Schin jetzt, wann immer ich einmal nicht am Unterricht teilnehmen kann.  Was noch ziemlich hilfreich ist, ist das ich ein sehr stabiler Schüler bin, der von den Noten her das auch schafft mal nicht in der Schule zu sein. Dazu kommt auch, dass ich versuche jetzt im ersten Halbjahr so viel da zu sein, damit die 2-6 Wochen, die ich nach der Geburt nicht nicht anwesend sein kann, nicht so große Auswirkungen haben. Das Gute am zweiten Halbjahr ist ja, dass es nicht ganz so viel mit Unterricht zu tun hat, sondern eigentlich nur noch Vorbereitung und hinfiebern auf die anstehenden Prüfungen. Ungefähr so als wenn man auf die 12 Woche der Schwangerschaft hofft.

Am 9.05.2019 habe ich den letzten Tag an dem ich in der Schule sein muss, denn danach haben wir Zeit um für die mündlichen Prüfungen zu lernen. Dann habe ich über einen Monat frei, bevor ich mich für diese Prüfungen wieder in die Schule begeben muss. Auch wenn ich weiß, dass es stressig wird, weiß ich auch, dass meine Familie mich da unterstützen wird und ich freue mich ehrlich gesagt auf diese wunderbare Zeit, die vor mir liegt.

Meine Schwangerschaft war vielleicht nicht geplant, aber sie ist bis jetzt die schönste und aufregendste Zeit in meinem Leben. Ich bin zwar erst 19, aber ich weiß, dass ich das hinbekomme, denn ich habe meine Familie und meinen Freund. 

Da mein späterer Berufswusch auch Erzieherin ist und ich mir schon immer Kinder gewünscht habe ist es einfach nur toll für mich. Zudem hat mein Freund, der 10 Jahre älter ist als ich einen 2-jährigen Sohn, den ich über alles liebe. Und ich freue mich schon jetzt darauf zu sehen, wie er sich als großer Bruder machen wird.

Wir werden die beiden Kinder ganz normal als Geschwister großziehen und keine Unterschiede darin machen, auch wenn sie nicht die gleiche Mutter haben. Denn sie werden Geschwister sein. Dieses Wort "Halb- Geschwister" gehört für mich nicht zum Vokabular- denn keiner soll sich vernachlässigt fühlen.

Mein Freund und ich freuen uns sehr auf unser Kind. Wir freuen uns darauf zu sehen wie es wächst, sich entwickelt und lernt. Die Schule liegt zwar noch vor mir. Aber es ist nur noch ein kleiner Schritt zu meiner kleinen Familie und einem Jahr freie Zeit als Mutter. Bevor es auch für mich heisst: Leben, ich komme!

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Tammy (Freitag, 28 September 2018 15:52)

    Meeeega spannend! Toll dass du solche Unterstützung hast. Ich ziehe meinen Hut vor dir, das schaffst du sicher. Wünsche dir viel Erfolg und eine ganz tolle aufregende Zeit!

  • #2

    Toni (Samstag, 29 September 2018 00:19)

    Absolut Respekt vor dieser Leistung. Dein Kind hat schon jetzt reine bärenstarke Mutter!