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Wie ist es wirklich, für Geld Sex zu haben?

Sophia* ist 29 und Medizinstudentin im 7. Semester und eine alte Freundin von mir. Sie arbeitet seit 3 Jahren bei einer Edel- Escort- Agentur und verdient ihr Geld mit der Lust. Heute gibt sie uns einen kleinen Einblick in ihren Berufsalltag und klärt uns darüber auf wie es ist, für Geld Sex zu haben. 

 

Bei einer Escort Agentur zu arbeiten ist jetzt nicht der klassische Studentenjob. Wie bist du dazu gekommen, dich dort zu bewerben? 

Das war mehr ein Zufall. Ich hatte mein zweites Semester hinter mir, jobbte in einer Bar und erholte mich gerade von einer langen Nacht. Ich las gerade in einer Zeitung, in der eine Escort Dame von ihrem Job erzählte. Und ich dachte mir: Das kann ich auch. Und es würde mir sogar Spaß machen. 

 

Wie kann man sich ein Vorstellungsgespräch als Escort Girl vorstellen? 

Das war relativ locker. Ich habe mich zunächst bei meiner Agentur online beworben. Da wurden erstmal viele Fragen gestellt. Welche Sprachen man spricht, welche Interessen man hat, wie die BH Grösse ist, sexuelle Vorlieben und Tabus und natürlich mussten Fotos eingereicht werden. Schnell bekam ich dann Antwort und die Einladung zu einem persönlichen Gespräch. Das war total locker, wir trafen uns hier in München in einem Hotel und besprachen bei Cappuccino und Törtchen wie mein zukünftiger Job aussehen könnte. Es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Damen der Escort Agentur über einen gewissen Intellekt verfügen, so dass sicher gestellt ist, dass die anspruchsvollen Herren sich unterhalten fühlen.

Und 1 Woche später war dann auch schon mein erster Einsatz. 

 

Was unterscheidet ein Escort Girl in deinem speziellen Fall von einer normalen Prostituierten? 

Wir schlafen nicht zwangsläufig mit unseren Kunden. Oftmals wünschen sie sich auch einfach Begleitungen für Firmenevents oder bestimmte Veranstaltungen. Alles was danach passiert ist Verhandlungssache. 

 

Du schläfst für Geld mit Männern. Glaubst du, dass dies deine Vorstellung von Liebe verändert? 

Nein. Ich hatte nie diese romantische Vorstellung von Liebe und den Glauben, dass es nur die eine große Liebe gibt. Insofern kann ich auch nicht sagen, dass mich mein Job jetzt irgendwie ernüchtert hätte.

 

Wie hast du dich gefühlt, als du zu deinem allerersten Job gegangen bist. Welche Emotionen tobten da in dir?

Ich war sehr aufgeregt. Unsere Kunden haben ja vorab die Möglichkeit, Wünsche in Bezug auf unsere Kleidung oder Unterwäsche zu äußern und mein erster Job war eine Übernachtung in Frankfurt. Es war ein gut situierter Geschäftsmann aus Russland, dem ich auch direkt sagte, dass es mein erster Einsatz sei und ich dementsprechend nervös bin. Er ging super auf mich ein und lud mich zunächst auf ein entspanntes Abendessen ein, bevor wir uns dann im Hotel näher kamen. In den Dessous die er mir vorab gekauft und zukommen lassen hat. 

 

Wie geht dein Umfeld mit deinem Job um? Was empfinden deine Eltern dabei? 

Meine Eltern wissen nichts von meinem Nebenverdienst und das soll und muss auch so bleiben. Ich komme aus einem kleinen Dorf in Bayern und da ticken die Uhren noch anders. Auch wenn ich genau weiß, dass meine Familie niemals aufgrund meiner Tätigkeit mit mir brechen würde, wären sie jedoch gesellschaftlich ruiniert. Außerdem würde es meiner Mutter, die sehr konservativ ist, das Herz brechen. Sie hätte glaube ich immer den Gedanken, ihrer Tochter nicht alles gegeben zu haben, wenn sie jetzt "auf den Strich gehen muss".

In meinem Bekanntenkreis wissen es nur 2 Freundinnen und die gehen damit aber total locker um. 

 

Momentan bist du Single. Wie denkst du, deine Tätigkeit mit eine Partner unter einen Hut bringen zu können? 

Ich denke, das kann ich so gar nicht sagen, ich fürchte aber, dass ich meinen Job im Zweifelsfall aufgeben würde. 

 

Was sind das für Männer, die zu dir kommen? 

Das ist ganz unterschiedlich. Natürlich sind es alles Männer, die über ein gewisses finanzielles Einkommen verfügen, denn unseren Service muss man sich leisten können. 

Aber von der Altersstruktur, der Berufsbranche ist eigentlich alles vertreten. Zu mir kommt der Familienvater, der nicht alleine auf Geschäftsreise gehen möchte. Aber auch viele ledige Männer, die einfach beruflich sehr stark eingebunden sind, aber nicht auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten mögen. Und das sind neben Sex in erster Linie gemeinsame Abendessen und kulturelle

Unternehmungen. Viele buchen mich regelmässig, quasi wie ein Abo gegen die Einsamkeit- eine Freundin auf Zeit. Mit allen Vorzügen, aber ohne die daraus resultierenden Verpflichtungen. 

 

Du fährst mit fremden Männern in den Urlaub, gehst in Hotelzimmer ohne zu wissen, was dich erwartet. Machst du dir nie Sorgen um deine Sicherheit? 

Meine Agentur hat ein sehr ausgeklügeltes Sicherheitssystem.

Die Zimmer werden vorab von uns gebucht und nach Ankunft habe ich 30 min Zeit, um mich bei der Agentur zu melden und Bescheid zu geben, ob alles okay ist. Bleibt das aus, wird direkt gehandelt. Gleiches gilt auch für Reisen und Events. Natürlich kann man nie ganz ausschließen, dass nichts passiert, aber wo kann man das schon im Leben?

 

Hast du dich schon einmal in einen Kunden verliebt? 

Leider ja. Aber das habe ich mit mir selbst ausgemacht. Alles andere wäre unprofessionell. 

 

Job ist Job. Aber hast du manchmal auch einfach Spaß beim Sex mit dem Kunden oder schließt sich das aus? 

Definitiv. Ich liebe Sex und ich finde, das ist auch eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf denn sonst könnte man das meines Erachtens gar nicht durchziehen ohne Schaden an der Seele zu nehmen, 

Und ich habe oft Kunden, mit denen es mir einfach großen Spaß macht. 

 

Hast du schon mal eine Situation erlebt, in der du deine Arbeit nicht machen konntest? 

Ja. Ich hatte mal einen Mann, der von mir Praktiken verlangt hat, die ich nicht mache. Wir haben ja alle auf der Homepage unsere Vorlieben angegeben und was wir in unserem Repertoire haben. Aber ich glaube, er hat nicht richtig verstanden, dass er für Geld eben nicht alles kaufen kann. 

Solche Kunden, insbesondere wenn sie dann auch nicht einsichtig werden, können dann auch nicht nochmal bei uns buchen und werden gesperrt. 

 

Was trägst du wenn du zu einem Kunden gehst und wie bereitest du dich auf einen Einsatz vor? 

Das ist ganz unterschiedlich, aber ich trage immer hochwertige Dessous und gebe dafür im Schnitt auch etwa 300 Euro pro Monat aus. Es ist ja irgendwie meine Berufsbekleidung. Und generell richte ich mich bei meinen Outfits nach dem Event oder der Art der Buchung. Wenn ich in die Oper gehe, ist der Dresscode ja relativ klar. Und da ich viele Stammkunden habe, weiß ich meist auch schon, was ihnen gefällt. 

 

Wie erfolgt die Bezahlung? 

Die Bezahlung erfolgt entweder per Kreditkarte oder vorab Überweisung, wenn es sich um Übernachtungsbuchungen oder Anreisen handelt. Für Stundenweise Anfragen innerhalb der gleichen Stadt wird die Bezahlung bar geregelt. Der Kunde gibt mir das Honorar zu Beginn des Treffens.

 

Du kannst dir durch diesen Job sehr viel mehr leisten als eine durchschnittliche Studentin. Was gönnst du dir regelmäßig? 

Ich lege sehr viel Wert auf mein Äusseres und gebe etwa 1000 Euro im Monat für Friseur, Shoppen und Kosmetik aus. Es ist sehr wichtig für mich und auch eine Grundvoraussetzung, immer gepflegt auszusehen. 

 

Und zu guter Letzt: Glaubst du noch an Treue, Ehe und die ganz große Liebe?

Ich habe nie daran geglaubt, dass Menschen für die Monogamie gemacht sind. Ich glaube man hat innerhalb seines Lebens viele Lieben, aber einem Menschen für Jahrzehnte treu zu sein, ist Utopie. Entweder bescheißt man dann hintenrum oder man ist unglücklich. 

 

*Name geändert. 

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Kommentare: 5
  • #1

    Hella (Freitag, 06 Juli 2018 15:28)

    Ein spannendes Thema und Hut ab an deine Freundin das sie den Mut hat so offen darüber zu sprechen.

  • #2

    Anonym (Freitag, 06 Juli 2018 17:39)

    Für mich absolut unverständlich wie man sowas machen kann.

  • #3

    Geske (Freitag, 06 Juli 2018 21:31)

    Ein total interessanter Beitrag. Maria, dein Blog und dein Instagram ist ein echter Mehrwert im Blogger- Einheitsbrei. Weiter so!

  • #4

    Michaela (Samstag, 07 Juli 2018 00:09)

    Spannender Beitrag. Ein toller Einblick.

  • #5

    Nicole (Sonntag, 08 Juli 2018 20:12)

    Was für ein Beitrag! Hut ab für dieses offene Interview