Brauereigasthof Hotel Aying | Eine sympathische Familiendynastie

Ich freue mich sehr, meine Serie "Münchens schöne Wirtshauskultur" ausgerechnet mit dem Brauereigasthof Hotel Aying beginnen zu können.

Zum Einen weil es mit seiner Geschichte ein echtes historisches Kleinod ist, denn es befindet sich bereits seit 1810 in Familienhand. 

Zum Anderen weil es für mich, die ja als "Zugroaste" bis vor vier Jahren bayerische Wirtshäuser nur aus dem Fernsehen kannte, etwas ganz besonderes ist. In Aying kann man herzliche und echte bayerische Gastfreundschaft genießen, wie sie kaum noch zu finden gibt. Ein Grund ist sicher in der Führung zu finden, denn Eigentümerfamilie Inselkammer steht für eine beispiellose Liebe zur Gastronomie und das bereits in der siebenten Generation. 

Schon bei der Einfahrt in Aying könnte man meinen, die Uhren seien stehen geblieben. Während man durch das kleine Dorf fährt, vorbei an den wunderschönen Bauernhäusern mag man kaum glauben, dass es ein solches Idyll überhaupt noch gibt. Und ehe man sich versieht, steht man schon inmitten des Gasthofes, neben einem thront majestätisch einer der größten Maibäume Bayerns. Schnell macht sich das Gefühl breit, hier möchte man gar nicht mehr weg. Es gelingt binnen Minuten, sich vom stressigen Alltag zu lösen und sich in der ländlichen Umgebung einzufinden. Trotzdem muss man hier nicht auf Annehmlichkeiten verzichten, das 4****S Hotel wartet mit gediegenem Charme und geschmackvoller Ausstattung auf. Genau das Richtige um einmal von allem zu entspannen und der Hektik und dem Trubel zu entfliehen. 

Aber all das nützt natürlich gar nichts, wenn man hungrig und durstig ist. Ein Zustand, den man in Bayern eigentlich nie lange erhalten kann. 

Das Bier kommt hier aus einer der modernsten und besten Braustätten Europas, direkt nebenan wird nämlich -ebenfalls in Familienhand- seit Jahrhunderten gebraut. Und auch kulinarisch sind hier alle Wünsche bereits erfüllt, bevor sie überhaupt entstehen. 

Im Restaurant "August und Maria", benannt nach den Erbauern und Vorfahren, nämlich den Ur-Ur Grosseltern von Senior- Bräu Franz Inselkammer, August und Maria Zehentmair, entstehen frische und saisonale Gerichte unter der Leitung von Küchenchef Mario Huggler, der mit viel Leidenschaft und handwerklichem Können gemeinsam mit seiner Küchenbrigade jeden Feinschmecker überzeugen kann. 

Die wunderschön eingedeckten Tische im stimmungsvollen Ambiente laden zu einem stilvollen Genuss ein und geben einem das Gefühl, dass hier jeder einzelne Mitarbeiter die Liebe zur Gastronomie lebt. Aber natürlich geht es hier auch richtig zünftig bayerisch zu: Im Ayinger Bräustüberl gibts eine zünftige Brotzeit und ein süffiges hausgebrautes Bier. Die behutsame Renovierung vor wenigen Jahren führte die Schankwirtschaft zu alten Wurzeln zurück, ohne das der traditionelle Charme verloren ging. 

Das klingt alles viel zu schön um wahr zu sein? Stimmt! Denn alles hat ein Ende und so ist es eben auch mit einem Besuch in Aying- für mich immer ein kleiner Kurzurlaub.

v.l. Franz Inselkammer jun., Angela Inselkammer, Franz Inselkammer, Ursula Hollweck
v.l. Franz Inselkammer jun., Angela Inselkammer, Franz Inselkammer, Ursula Hollweck

 

 Familie Inselkammer hat sich die Zeit genommen und mir ein paar Fragen über ihr wunderschönes bayerisches Idyll beantwortet. Ehrliche Einblicke in eine Familie die Gastronomie mit Herzblut betreibt und dies jeden Tag lebt. 

 

 

Der Brauereigasthof Aying kann auf eine beachtliche Geschichte zurückblicken. Seit nunmehr 7 Generationen fest in Familienhand -das ist etwas, was nicht viele Betriebe von sich behaupten können. Was macht Familie Inselkammer aus, dass es ihnen gelingt, ihre Liebe zur Gastronomie auf ihre Mitarbeiter zu übertragen?

Familie Inselkammer: Um einen Betrieb in 7. Generation führen zu können, muss man die Liebe zu dem, was man tut, zuallererst auf den eigenen Nachwuchs übertragen, sonst geht es nicht weiter. Dass uns das bisher so gut gelungen ist, macht uns sehr stolz – denn es ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Für uns ist die Hotellerie und Gastronomie die schönste Branche der Welt; das ist keine Floskel, wir meinen das wirklich so. Wir sind von Herzen gerne Gastgeber und das ist wohl etwas, das sich auch auf unsere Mitarbeiter überträgt.  

 

Wenn es darum ginge, Gäste von euch zu überzeugen, die euch noch nicht kennen, womit könntet ihr punkten?

Familie Inselkammer: Mit echter, unverfälschter Tradition. Jedes unserer Gebäude hat eine Geschichte und ist mindestens 100 Jahre alt. Unser Troadkasten war zum Beispiel früher ein Getreidespeicher im Nachbarort. Heute ist es der perfekte Ort für gemütliche Abende mit Hütten-Atmosphäre. Die Kegelbahn ist knapp 150 Jahre alt und war früher eine offene Salettlbahn, die Kegel werden mit der Hand aufgestellt. Unser Herrenhaus, das heute unter anderem 14 Hotelzimmer beherbergt, war früher unser Familienhaus. All das mitten in einem kleinen oberbayerischen Dorf, das es so heute kaum noch gibt – direkt neben dem Maibaum und der Zwiebelturmkirche. Bei uns findet noch echtes Dorfleben statt und unsere Gäste haben die Möglichkeit, daran teilzuhaben. Und obwohl unsere Ayinger Welt so klein und beschaulich ist, ist sie in ihren Möglichkeiten sehr flexibel: Unsere Gäste können vier Tage bei uns feiern, und jeden Abend woanders sein.

 

Das Restaurant „August und Maria“ wurde unlängst einer kleinen Schönheitskur unterzogen und strahlt nun in neuem Glanz. Küchenchef Mario Huggler, der vor allem dafür einsteht, heimische Produkte zu verarbeiten und auch kleine Erzeuger zu unterstützen, hat eine kreative und ehrliche bayerische Küche etabliert. Für wen lohnt sich ein Besuch?

Familie Inselkammer: Für alle, die Wert auf ein qualitativ sehr hochwertiges Ausgangsprodukt legen und vor allem darauf, dass es von Menschen zubereitet wird, die Meister ihres Fachs sind. Zu einem guten Essen gehört aber auch immer ein aufmerksamer Service und wir geben jeden Tag unser Bestes, unsere Gäste auf beiden Gebieten bestens zu umsorgen. Gerade jetzt im Sommer ist unser Wirtsgarten übrigens einer der gemütlichsten Orte, um das zu genießen.

 

Wenn man heute essen geht informiert man sich vorher ausführlich auf tripadvisor und Co. Glaubt ihr, dass die Gäste heute anspruchsvoller geworden sind als noch vor 10 Jahren?

Familie Inselkammer: Unsere Gäste waren – zu Recht – schon immer anspruchsvoll. Sie sind heute sicher noch besser informiert, aber am Anspruch hat sich aus unserer Sicht nicht viel geändert.

 

Ihr legt großen Wert auf Tradition und bayerisches Brauchtum. Anglizismen sucht man bei euch vergebens. Trotzdem müsst auch ihr darauf achten, den Anschluss an das Internet-Zeitalter nicht zu verpassen. Wie gelingt euch dieser Spagat?

Familie Inselkammer: Wir finden, das eine schließt das andere nicht aus. Der Brauereigasthof und das Restaurant „August & Maria“ haben jeweils einen Facebook- und Instagram-Account und in unserem Online-Magazin erzählen wir regelmäßig Geschichten aus Aying. Wenn die Gäste erstmal bei uns sind, können sie in die gute alte Zeit abtauchen – ob mit oder ohne Wlan-Zugang ist jedem selbst überlassen.  

 

Lieber Studium statt Lehre. Im Ausbildungsjahr 2018 werden so wenig Jugendliche ausgebildet wie zuletzt 1989. Trotzdem seid ihr ein Top-Ausbildungsbetrieb. Wie gelingt es euch, junge Menschen für das Gastgewerbe zu begeistern?

Familie Inselkammer: Die Klassifizierung als Top-Ausbildungsbetrieb bezieht sich auf die Qualität der Ausbildung, die unsere Lehrlinge erhalten – insgesamt bemerken wir natürlich auch einen Rückgang der Bewerberzahlen. Wir legen jedem, der sich für eine Ausbildung bei uns interessiert, ans Herz, ein paar Tage bei uns reinzuschnuppern. Bei der Gelegenheit können wir viele unserer zukünftigen Azubis für uns begeistern. Damit sie sich aber überhaupt erst bei uns bewerben, besuchen wir Azubi-Messen im Umkreis von Aying oder Berufsorientierungstage und stellen uns und unser Haus vor. Grundsätzlich können wir jedem nur raten: Eine Ausbildung ist die perfekte Grundlage für ein erfolgreiches Berufsleben. Auch wer später eine höhere Position in der Gastronomie oder Hotellerie anstrebt, ist mit einer Ausbildung bestens beraten. Jeder Chef ist glaubwürdiger, wenn die Mitarbeiter spüren: Der weiß, wovon er redet. Das kann ein Studium – das ja dann im zweiten Schritt noch kommen kann – nicht leisten.

 

Und zu guter Letzt: Wenn ihr jetzt die Möglichkeit hättet, mit 3 Sätzen für euch Werbung zu machen. Welche wären das?

Familie Inselkammer: Einer unserer Werbeslogans aus den 70ern lautete: Das schönste an München ist die Straße nach Aying. Daran hat sich in den letzten 45 Jahren nichts geändert! ☺

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Kommentare: 6
  • #1

    Uri (Dienstag, 10 Juli 2018 21:04)

    Ein schöner Beitrag. Ich werde am Wochenende meine Familie einpacken und mal vorbeischauen. Hat Lust auf mehr gemacht.

  • #2

    Sandra (Mittwoch, 11 Juli 2018 16:12)

    Der Mann ganz links auf dem Bild ist der Sohn Franz Inselkammer jun. und nicht Christian Hollweck. Nur zur Info

  • #3

    Patricia (Mittwoch, 11 Juli 2018 18:28)

    Im august sind wir in Rosenheim. Da machen wir einen Abstecher nach aying. Sieht ja wundervoll aus.

  • #4

    Thomas (Samstag, 14 Juli 2018 18:52)

    Wegen der tollen Vorstellung heute dagewesen und begeistert. Da gehen wir jetzt öfter hin. Danke für den tollen Tipp.

  • #5

    Daria (Samstag, 21 Juli 2018 23:01)

    Vor ein paar Tagen waren wir zu einer Hochzeitsfeier dort eingeladen. Ich bin immer nich ganz begeistert von diesem tollen Ort.

  • #6

    Talita (Montag, 23 Juli 2018 14:10)

    Wir waren am Wochenende das erste mal da, trotz Dean dauerregens war es wundervoll. Danke für den super Tipp!